Neue Zahlen belegen: Selbstvermarkter von herausragender Bedeutung

Die jetzt vom Thünen-Institut der Bundesregierung veröffentlichte Warenstromanalyse der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) belegt es: in den Jahren 2012 bis 2014 domierten die Selbstvermarkter den Absatz von Frischgemüse. Durchschnittlich gut 40 Prozent der deutschen Gemüseerzeugung kommen aus den Betrieben der Selbstvermarkter. Der Anteil der Erzeugermärkte beträgt 26 %. Noch etwas mehr geht in die Verarbeitung. Der Direktabsatz erreicht beinahe 4 %.

Einschließlich Im- und Exporten waren in diesen Jahren je 4.355.000 Tonnen Frischgemüse für die deutschen Konsumenten verfügbar. Das ist erheblich mehr als noch im Jahr 2010. Die Kunden kaufen vermehrt bei den direkt absetzenden Erzeugern ein. Auch die Vollsortimenter und die Außer-Haus-Verpflegung gewinnen an Bedeutung, während die Diskounter Anteile verlieren. Dennoch liegt ihr Anteil mit 41 % immer noch höher als der der anderen Handelstypen.

Der jährlich Pro-Kopf-Verbrauch von Gemüse ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen und belief sich im Jahr 2013 auf rund 96 kg. Tomaten (frisch und verarbeitet) sind mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 24 kg pro Jahr das beliebteste Gemüse in Deutschland. Während diese hauptsächlich von Juni bis November aus deutschen Landen frisch auf den Tisch kommen, ist die inländische Erzeugung von den zweit- und drittplatzierten Möhren und Zwiebeln ganzjährig führend. Bei Blumenkohl und Brokkoli beträgt der Selbstversorgungsgrad etwa 65 %. Spargel ist zwar nicht mengenmäßig, jedoch sowohl beim Selbstversorgungsgrad als auch nach der Anbaufläche das wichtigste Gemüse in Deutschland.

Mengenmäßig sind 2014 Möhren/Karotten mit 603.000 t das Haupterzeugnis des deutschen Gemüsebaus, gefolgt von Speisezwiebeln, Weißkohl, Einlegegurken und Rotkohl. Trotz Rückgängen behauptet sich der Eissalat an erster Stelle unter den Salaten. Die Mengen des an siebter Stelle liegenden Blumenkohls (ohne Brokkoli) gehen ebenfalls zurück, während immer mehr Spargel erzeugt wird (das Jahr 2016 wird diesen Trend wohl unterbrechen). Porree (Lauch) folgt auf Platz 9 und ebenfalls zu den TOP 10 der deutschen Gemüseerzeugung gehören Bundzwiebeln (Frühlingszwiebeln) mit immerhin 88.000 t. Rucola und Speisekürbis erlebten in den letzten Jahren einen regelrechten Boom, ihr Anbauumfang nahm mit +116 % bzw. +136 % am stärksten zu. Die ökologisch bewirtschafteten Gemüseanbauflächen belegen 9,3 %, der Anbau unter Glas und Folien 1 %.

Der Gemüseanbau ist in Deutschland die gartenbauliche Produktionssparte sowohl mit der größten Anbaufläche (114.800 Hektar im Freiland) als auch mit der größten Bruttowertschöpfung.

(Quelle: Thünen Working Paper 56, April 2016 - DW)

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